Direkt zum Hauptbereich

Gotteserfahrungen im Alten Orient

Demut vor Gott und dem Feind zu vergeben
Die "Kutha-Legende", die etwa ab der altbabylonischen Zeit (1.Hälfte 2.Jt. v.u.Z.) tradiert wurde, beschreibt den altakkadischen Herrscher Naram-Sin erst als einen Mann mit eigenen Willen, der den göttlichen Wunsch missachtet, der seinen Irrtum aber erkennt, bevor er auf göttliche Unterstützung hoffen kann. Zudem enthält es am Ende (Z.172) eine Ermahnung an zukünftige Herrscher, dass diese ihren Feinden mit Güte entgegen kommen sollen.

Offenbarung Gottes im Traum
Laut Kabti-ilani-Marduk, dem vermutlichen Autor des Erra-Epos (8.Jhr. v.u.Z.), lies Gott ihn den Text im Traum, kurz vor dem Aufwachen sehen und der Autor schrien ihn dann sofort auf. Womit die Authentizität des Textes durch göttliche Herkunft und Inspiration gewährleistet wird. Die Betonung liegt dabei auf der Unverfälschtheit des Textes, da er sofort und unverändert nach der göttlichen Offenbarung aufgeschrieben wurde.

Gnädiger Gott
In "Der leidende Gerechte" (1.Jt. v.u.Z.) bewegt sich der Protagonist von absoluter Gottesferne zur absoluten Gottesnähe hin, jedoch nicht durch korrektes kultisches Verhalten, sondern durch die Gnade des babylonischen Gottes Marduk.
In "Der leidende Gerechte" Kol.II, Z.12-32 stellt er fest, dass es ihm trotz Erfüllung aller religiösen Pflichten ergeht wie jemandem, der die Götter nicht verehrt hat; anschließend stellt er in II 33-38 die Frage, ob das, was die Menschen mit gutem Willen tun, den Göttern überhaupt gefällt, er stellt fest, dass der Ratschluss der Götter für die Menschen nicht einsichtig ist (II 36-38); in II 39-48 wird festgestellt, dass im menschlichen Ergehen kein erkennbarer Sinn liegt (II 48).
Die Erkenntnis daraus ist, dass der Mensch trotz mangelnder Einsicht in den Willen der Götter und in den Sinn seines eigenen Ergehens auf Marduks Macht und Güte vertrauen kann, und das selbst noch im tiefsten Leid.



Quellen:
- http://www.academia.edu/369481/Akkadische_Literatur
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludlul_bēl_nēmeqi
- Kutha-Legende: http://altorientale-mythologie.blogspot.de/2018/03/kutha-legende.html
- Erra-Epos: http://altorientale-mythologie.blogspot.de/2017/11/erra-epos.html

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Subventionen des Staates an die Kirchen

Kirchenfinanzen - Der Raubzug der Kirche beim Staat
Wussten Sie, dass die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr Subventionen von ca. 15 Milliarden Euro an die Kirchen bezahlt? Dass also wir alle, die Bürger dieses Landes, dieses Geld bezahlen, gleich welchen Glauben wir haben?
http://www.stop-kirchensubventionen.de/












Das Informationsportal der unabhängigen Humanistische Union und der Giordano-Bruno-Stiftung:
http://www.staatsleistungen.de/

Verein zur Umwidmung von Kirchensteuern e.V., ein Verein kirchenkritischer evangelischer und katholischer Christen, die die Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteuerzahlung voneinander entkoppeln wollen:
http://www.kirchensteuern.de/

Ein Portal der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) über Kirchenfinanzen:
http://www.ekd.de/kirchenfinanzen/starts...enfinanzen.html

Die Kirche und das Geld - Fragen und Antworten vom Bistum Mainz:
http://www.bistummainz.de/bistum/bistum/finanzen/index.html


Verzicht auf Einnahmen

Steuerverluste durch steuerliche Absetzbar…

christliche Foltermethoden

Der Befragungsstuhl

... war in vielen Varianten im Einsatz. Die klassische Variante ist der gespickte Stuhl. Bei diesem befinden sich sowohl auf Sitz, Lehne, Bein -und Armbereich Dornen, die sich mit Verschärfung der Folter in das Opfer bohrten.




Sehr beliebt war auch die Kombination des Stuhls mit Feuer. Bei dieser Variante wurde ein Stuhl aus Metall verwendet und vor oder unter dem Stuhl ein Feuer entfacht.












Geigen















Die Wasserfolter

Da gab es z. B. die Wasserfolter: Der Körper des Angeklagten wurde auf einer schräg liegenden Tischplatte festgebunden oder an straff gezogenen Seilen frei in der Luft schwebend nur von einem Schemel in der Körpermitte gestützt. Dann musste das Opfer Unmengen von Flüssigkeit schlucken: 6 Liter bei der kleinen, 12 bei der großen Wasserfolter. Wer die Zähne zusammen presste, dessen Mund wurde vom Henker mit einer eisernen Zange aufgerissen. Der goss dann weiteres Wasser aus einer Literkanne in den Mund des Gequälten. Viele der Opfer erstickten daran, oder sie erl…

Tengrismus

War einst der Glaube aller mongolischen und Turkvölker Zentralasiens. Der Glaube baut sich vor allem um den Himmelsgott Tengri auf und setzt sich aus Animismus, Schamanismus, Ahnenverehrung und einer speziellen Form des Totemismus zusammen.
Im Tengrismus besteht der Sinn des Lebens für einen Menschen darin, mit „allem, was unter dem Himmel ist“, also mit seiner Umwelt im Einklang zu leben. Der Mensch steht in der Mitte der Welten und sieht seine Existenz zwischen dem „ewigen blauen Himmel“ ("Mönkh khökh Tengeri" auf Mongolisch), der „Mutter Erde ("Gazar Eje" auf Mongolisch)“ ("Yer Ana" auf Türkisch)", die ihn stützt und ernährt, und einem Herrscher, der als „Sohn des Himmels“ gilt, geborgen. Mit einer ausgeglichenen Lebensweise hält der Mensch seine Welt im Gleichgewicht und strahlt seine persönliche Kraft „Windpferd“ nach außen. Der Kosmos, die Naturgeister und die Ahnen sorgen dafür, dass es dem Menschen an nichts fehlt und beschützen ihn. Wenn das…