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Ursprünge der Feiertage



"Das christliche Leben hat mehrere Dimensionen. In bestimmten Konfessionen spielt das liturgische Jahr eine große Rolle: im Mittelpunkt stehen die Geburt Christi, die laut Überlieferung am 6. Januar gefeiert und später dann auf den 25. Dezember, das Mithrasfest "Sol Invictus", verschoben wird ..." (S.233)

" ... die Züge bestimmter Mysteriengottheiten (sind) verschwommen, und ihre Sonnenattribute, sowie ihre gemeinsamen Namen (Zeus, Jupiter, Helios, Sol, Sol invictus) weisen auf eine starke Vermischung hin, die zuweilen als "Sonnensynkretismus" bezeichnet wird. Im 4. Jhr. sind all diese Gottheiten (auch Kybele) himmlische Wesen, sie identifizieren sich häufig mit der Sonne und werden für vollkommene höchste Wesen gehalten ..." (2.114)

Quelle: Handbuch der Religionen - Mircea Eliade und Ioan P. Culianu

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Unabhängig vom römischen Sol und griechischen Helios gab es in Syrien in der Stadt Emesa einen uralten einheimischen Kult des Sonnengotts Elagabal, dem die örtliche Bevölkerung anscheinend leidenschaftlich ergeben war. Die Kaiserin Julia Domna, die Gemahlin des Kaisers Septimius Severus (193–211) und Mutter seines Nachfolgers Caracalla (211–217), war Tochter eines Elagabal-Priesters von Emesa. Unter den Kaisern aus der Dynastie der Severer nahm die Verehrung des Sol Invictus zu; Septimius Severus ließ sich und seine Frau auf Münzen mit den Attributen von Sonne (Strahlenkrone) und Mond (Mondsichel) darstellen und verwendete auch für seine beiden Söhne Caracalla und Geta, deren Herrschaftsnachfolge er plante, Sonnensymbolik.

Kaiser Gordian III. (238–244) legte besonderen Wert auf die Verbindung seiner Herrschaft mit dem Sonnenkult

In der Münzprägung taucht die Bezeichnung des Sonnengotts als invictus erstmals unter Kaiser Gallienus (253/260–268) auf. Die Sieghaftigkeit des Sol war ein Aspekt des Kults, der in der Folgezeit noch stärker in den Vordergrund trat.

Kaiser Aurelian erhob 274 Sol zum „Herrn des Römischen Reichs“ (dominus imperii Romani), richtete für ihn einen Staatskult ein und baute ihm einen Tempel

Der nach verbreiteter Ansicht von Aurelian reichsweit eingeführte Feiertag – der erstmals beim Chronographen von 354 erwähnte Geburtstag des Sonnengottes am 25. Dezember – erwies sich als so populär, dass er möglicherweise die Festlegung des christlichen Weihnachtsfestes auf dieses Datum nach sich zog. Doch sind weder die Bedeutung des 25. Dezember für den Kult des Sol Invictus noch die Frage abschließend geklärt, ob das Weihnachtsfest als Reaktion auf das Solfest mit dem Datum verbunden wurde oder eine umgekehrte Abhängigkeit vorliegt

Sol galt vielfach als höchster und mächtigster Gott, seine Verehrung trug damit oft henotheistische Züge.

Im frühen 4. Jahrhundert steigerte sich die staatliche Sol-Verehrung noch; Kaiser Licinius zeigte dabei besonderen Eifer, und auch Konstantin der Große verehrte ihn lange Zeit.

Als Geburtstag des Invictus (dies natalis Invicti) galt im 4. Jahrhundert der 25. Dezember. Auf dieses Datum hatte Julius Caesar bei seiner Kalenderreform den kürzesten Tag des Jahres (lateinisch bruma) festgelegt, den Tag der Wintersonnenwende.
Da ein Jahr des nach Caesar benannten Julianischen Kalenders im Mittel etwas länger ist als ein astronomisches Jahr, wanderte die Sonnenwende im Lauf der folgenden Jahrhunderte nach vorn; in der Spätantike erreichte sie den 21. Dezember. Die astronomische Verschiebung wurde bei der Einführung des Geburtstagsfestes jedoch nicht berücksichtigt

Religionsgeschichtlich bedeutsam ist die Übereinstimmung des Sol-Feiertags am 25. Dezember mit dem christlichen Weihnachtsfest. Der Tag der Geburt Christi ist unbekannt; die Festlegung auf den 25. Dezember erfolgte um die Mitte des 4. Jahrhunderts, nach der Konstantinischen Wende. Diese Datierung findet sich erstmals im so genannten Chronographen von 354.

Christus wurde metaphorisch oft mit der Sonne verglichen, zumal die biblische Verheißung „Aufgehen wird euch die Sonne der Gerechtigkeit“ auf ihn bezogen wurde.

Für den Religionskritiker Karlheinz Deschner ist die Übereinstimmung des Weihnachtstags mit dem Festtag des Sol Invictus ein Argument für die Einschätzung des Christentums als synkretistisch. Vertreter dieser Position zeigen dadurch auf, dass das frühe nachapostolische Christentum Elemente älterer heidnischer Religionen übernommen und miteinander verschmolzen haben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(r%C3%B6mische_Mythologie)

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Der Termin des Weihnachtsfestes hängt mit der Wintersonnenwende zusammen. Am 25. Dezember hat die Sonne ihren Tiefpunkt erreicht hat. Weihnachten entstand in Rom, weil dort am Tag der Wintersonnenwende das Fest des "sol invictus", des unbesiegten Sonnengottes, begangen wurde. Dieses Fest war erst 274 n. Chr. durch Kaiser Aurelian eingeführt worden. Das war der letzte Versuch, dem römischen Reich eine gemeinsame religiöse Grundlage zu geben, nachdem viele Kulte aus dem Osten sogar in der Hauptstadt des Reiches Fuß gefaßt hatten. Um die Christen gegen dieses Fest zu immunisieren, setze die Kirche dem heidnischen Sonnengott die "wahre Sonne" das "wahre Licht der Welt" entgegen.

Da die religiöse Vorstellungswelt der Antike sowie des ersten christlichen Jahrtausends kosmologisch geprägt war, hatte der Geburtstag Jesu am Tag der Wintersonnenwende auf jeden Fall eine große symbolische Aussagekraft, die sicher die Verbreitung des Weihnachtsfestes beschleunigte. Möglicherweise haben sich beide Tendenzen gegenseitig verstärkt. Dem Fest des Sonnengottes ein christliches Fest entgegenzusetzen, war wohl nur möglich, wenn die Berechnung des Geburtsdatums unter den Christen akzeptiert war. Die Geburt Jesu am Tag der Wintersonnenwende symbolisierte für die Menschen der damaligen Zeit, daß Gott mit diesem Kind das Leben neu entstehen ließ, ein Licht im Dunkeln entzündete. 336 ist das erste Jahr, in dem nachweislich am 25. Dezember in Rom Weihnachten gefeiert wurde, aus dem Jahr 354 ist eine Weihnachtspredigt des Papstes Liberius bekannt
http://www.kath.de/Kirchenjahr/wintersonnenwende.php

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Tag der Wintersonnenwende – der Geburtstag des „Sol Invictus“. Die Heiden feierten am 25.12. also den Sieg des Lichtes und des Lebens über die Finsternis und den Tod.

Man entfachte zu diesem Zweck Sonnenwendfeuer und im Zirkus fanden besondere Festspiele statt – es wurden statt der an anderen Feiertagen üblichen 24 Rennen nunmehr 30 Rennen aufgeboten

In der Forschung ist erwogen worden, ob es vielleicht Konstantin war, der beide Feste, das heidnische und das christliche, gleichzeitig einführte. Damit würde sich eine gewisse Parallele zur Einführung des Sonntags ergeben – beide Male hätte Konstantin Feste erfunden, deren exakte Bedeutung offen gehalten werden konnte, um inklusiv zu sein
http://www.uni-heidelberg.de/presse/unis...08-5/weihn.html


Obwohl schon im 2. Jahrhundert christ­liche Gelehrte versuchten, das Datum der Geburt Christi zu berechnen (und sich natürlich nicht einigen konnten), wurde  Christi Geburt erst relativ spät, seit dem 4. Jahrhundert, mit einem ­eigenen Fest begangen. Außerdem gab es nicht einen, sondern zwei Festtermine: einen am 25. Dezember, den anderen am 6. Januar.
http://www.uni-heidelberg.de/presse/unispiegel/us08-5/weihn.html


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in Delphi zur Zeit der Wintersonnenwende stattfindende Fest der Trieteris, bei der sich die Thyiaden Athens und Delphis zu einer gemeinsamen nächtlichen Feier in den Bergwäldern des Parnass vereinigten, nach den Athener Dionysien das wichtigste Fest des Dionysoskultes.
https://de.wikipedia.org/wiki/Silenos

Eines der wichtigsten Feste in Delphi war die alle zwei Jahre zur Zeit der Wintersonnenwende veranstaltete Trieteris, bei der sich die Thyiaden Athens und Delphis zu einer gemeinsamen nächtlichen Feier in den Bergwäldern des Parnass vereinigten. Dieses (Fest) begann mit Tänzen und mit der Oribasie, dem ausgelassenen Lauf durch das Gebirge, in der Nacht bei Fackelschein … Dann verleibten sich die Thyiaden ihren Gott (Dionysos) durch … die Omophagie ein, indem sie das rohe Fleisch eines lebendig gevierteilten Opfers – gewöhnlich einer jungen Ziege – verschlangen. Gleichzeitig brachten die Priester im Tempel dem Dionysos ein geheimes Opfer dar, das vermutlich mit dem Aufstieg des Gottes aus der Unterwelt zusammenhängt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dionysoskult

Isis-Fest wurde während der Wintersonnenwende gefeiert)
link-Seite-85

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zu Sonnenobservatorium Goseck:
Das multifunktionale Monument wurde als bäuerlich bzw. kultischer Kalender genutzt und als Ort, an dem die dazugehörigen Feste (insbesondere Sommer- und Wintersonnenwende) abgehaltern wurden

(sinngemäß aus: Archäologie in Sachsen-Anhalt, Sonderdruck Band 5/2011

"Der kürzeste Tag des Jahres, der Tag der Wintersonnenwende, wurde als Beginn eines neuen Lebensabschnitts gefeiert. Knochenfunde (insbesondere von Rindern) und Materialien weisen darauf hin, dass die Anlage nicht nüchterner Zeitmessung diente, sondern auch als Kultstätte funktionierte."

"Die neolithische Wiege der abendländischen Kultur in Bulgarien: die ..."
von Hanswilhelm Haefs (google-book)

"Ähnlich wie im Neolithikum scheinen auch die regionalen Kulturen der europäischen Bronzezeit dem Aspekt der Fruchtbarkeitsförderung und, damit verbunden, dem Lauf der Sonne und dem Kreislauf der Jahreszeiten ihre besondere Aufmerksamkeit geschenkt zu haben"
("Religionswissenschaft" - herausgegeben von Michael Stausberg, ) google-link


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"Was also ist Weihnachten? Schon der Name dieses okkulten heidnischen Festes verrät uns genug. Das Wort "Weihnachten" geht zurück auf den mittelhochdeutschen Dativ Plural "ze wihen nahten", "in den Einweihungs-Nächten". Weihnachten sind also die Nächte (Plural) der Einweihung oder der Initiation in den heidnischen Mysterienkult, der seinen Ursprung im alten Babylon hat.
http://www.bibelcenter.de/bibel/studien/d-std806.php



Während alle anderen Kirchen den 25. Dezember für Weihnachten übernommen haben, hat die Armenische Kirche bis heute nur den 6. Januar als Geburtsfest Jesu. Dabei ist zu beachten, dass bei denjenigen Kirchen, die für die Kirchenfeste den Julianischen Kalender heranziehen, der 25. Dezember ihres Kalenders auf den 7. Januar des Folgejahres im Gregorianischen Kalender fällt.

Bedingt durch die Kalenderreform Papst Gregors 1582, die erst nur in der katholischen und verspätet in den protestantischen Kirchen übernommen wurde, wurde das Weihnachtsfest in denjenigen orthodoxen Kirchen, die den Gregorianischen Kalender übernommen haben, am 25. Dezember gefeiert.

Die armenische Kirche hat es bis heute nicht übernommen, sondern hält am umfassenden Festtermin vom 6. Januar fest.
http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten#Orthodox


Das mit Jesu Geburt verknüpfte kirchliche Motiv der Jungfrauengeburt ist religionsgeschichtlich sehr alt: In der Geburtsschilderung des Aion Plutonios wird der Gottessohn von einer unberührten Frau (Persephone) geboren. Sein Geburtstag wurde in Alexandrien am 25. Dezember und in der Nacht von 5. auf den 6. Januar begangen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten...iche_Parallelen


Das christliche Osterfest hat seinen Vorläufer im jüdischen Passah, Pascha oder Pessach
Im jüdischen Passah sind zwei unterschiedliche Feste eins geworden: Das Hirtenfest Chag Ha-Pessach (= Feier des Pessach-Lammes) und das Bauernfest Chag Ha-Mazzot (= Feier des ungesäuerten Brotes). Das erstgenannte Fest ist das ältere, das die Juden noch als nomadische Hirten in der Wüste feierten. Sie feierten die Ankunft des Frühlings
http://www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/ostern_3.html


mehr dazu: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/2939/1/Dally_Alze_Rituale_in_neuem_Gewand_2003.pdf





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