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Sinn und Funktion von Religion

"Die Wahrheit einer Religion liegt nicht da, wo sie die Gläubigen vermuten"
(Emile Durkheim)

Menschliche Konstrukte und/oder kirchliche Dogmen können uns angesichts der Sinnlosigkeit des Daseins helfen, die unendliche Komplexität der Welt auf ein menschlich handhabbares Maß zu reduzieren. (sinngemäß Niklas Luhmann)

"Da sich alle Gläubigen in jeweils ihrem Glaube, in ihrer Religion wohl fühlen, gleich, welche spezifischen Merkmale diese Religion hat, muss es etwas anderes als dieses Merkmal sein, was sie zufrieden stellt" Es ist das genetisch verankerte Bedürfnis nach Sicherheit in jedem Menschen, das (auch) durch Religion befriedigt wird. (Dieter Brandt)

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Definitionsversuche des Begriffes "Religion"
- Der substanzialistische Religionsbegriff bezieht sich auf inhaltliche Merkmale von Religion, da die Definition vom Wesen der Religion abgeleitet wird und die wesentlichen Merkmale von Religion charakterisiert werden sollen. Er begreift Religion als …
Letzte Posts

Humanismus - Überblick

1. Begriffserklärungen

1.1. "Philanthropie und Menschenfreundlichkeit"
Unter Philanthropie (‚Freund‘+ ‚Mensch‘) versteht man ein menschenfreundliches Denken und Verhalten. Als Motiv wird manchmal eine die gesamte Menschheit umfassende Liebe genannt, die „allgemeine Menschenliebe“. Damals bezeichnete der Ausdruck meist eine wohlwollende, großzügige Einstellung Vornehmer, Mächtiger und Reicher gegenüber ihren sozial schwächeren Mitbürgern. Zur Philanthropie gehörten auch bedeutende freiwillige Leistungen wohlhabender Bürger für das Gemeinwohl.

Mit dem Begriff „humanitär“ verbindet sich heute fast immer der Sinn von „wohltätigem, selbstlosem, großherzigem usw. Verhalten gegenüber Armen und Hilfsbedürftigen“.


1.2. „Humanität und Menschlichkeit“
Den Ausgangspunkt für die Formulierung und Verbreitung des Gedankenguts, das später „humanistisch“ genannt wurde, bildete der antike römische Begriff humanitas („Humanität“, „Menschlichkeit“). Das vom Adjektiv humanus („menschlich“) abgele…

Geschichte des Humanismus (Schwerpunkt Sachsen)

Um die Mitte des 15. Jhr. erwachte in Europa das Interesse an der Literatur der griechischen Antike.
Insbesondere in Italien - wo schon Dante, Petrarca und Boccaccio den Blick auf´s alte Lateinische lenkten - wurden die Schriftwerke des Altertums in Umlauf gebracht. Jedoch blieb die Beschäftigung damit eher oberflächlich. "Eine tiefere Empfänglichkeit und einen dankbaren Boden fanden jene Studien in dem ernsten Sinne der Holländer und der deutschen."
Rudolf von Lange reformierte die Kathedralschule von Münster und erwarb in Italien eine stattliche Sammlung alter Klassiker, die er anderen bereitwillig öffnete. Ludwig Dringenberg errichte eine Gelehrtenschule in Schlettstadt, aus der bspw. Beatus Rhenanus, Gorge Simler (Lehrer von Melanchthon) und vielleicht auch Wilibald Pirckheimer hervorging. Alexander Hegius zu Deventer unterrichtete den Erasmus. Zurückgezogener und größtenteils ohne Lehranstellung lebte Rudolf von Agricola, der half, die Uni Heidelberg im Sinne des Human…

Gotteserfahrungen im Alten Orient

Demut vor Gott und dem Feind zu vergeben
Die "Kutha-Legende", die etwa ab der altbabylonischen Zeit (1.Hälfte 2.Jt. v.u.Z.) tradiert wurde, beschreibt den altakkadischen Herrscher Naram-Sin erst als einen Mann mit eigenen Willen, der den göttlichen Wunsch missachtet, der seinen Irrtum aber erkennt, bevor er auf göttliche Unterstützung hoffen kann. Zudem enthält es am Ende (Z.172) eine Ermahnung an zukünftige Herrscher, dass diese ihren Feinden mit Güte entgegen kommen sollen.

Offenbarung Gottes im Traum
Laut Kabti-ilani-Marduk, dem vermutlichen Autor des Erra-Epos (8.Jhr. v.u.Z.), lies Gott ihn den Text im Traum, kurz vor dem Aufwachen sehen und der Autor schrien ihn dann sofort auf. Womit die Authentizität des Textes durch göttliche Herkunft und Inspiration gewährleistet wird. Die Betonung liegt dabei auf der Unverfälschtheit des Textes, da er sofort und unverändert nach der göttlichen Offenbarung aufgeschrieben wurde.

Gnädiger Gott
In "Der leidende Gerechte" (1.Jt.…

altorientalisch-alttestamentarischer Vergleich

Die Israeliten haben bis ins 8. Jhr. v.u.Z. hinein genau wie Phönizier, Kanaanitäer, Araber usw. die Gottheit auf oder bei besonderen Felsen, unter Bäumen, auf Bergen, an Quellen und vor Höhlen verehrt (Sinai, Zion, Höhen von Gibeon, hl. Baum von Sichem, hl. Brunnen von Beersaba). (E.S.)

Vergleich zeigen sich im kanaanitäischen Raum:
Ba´al-Hadad: „Herr Donner“, syro.-phönik. Sturm- u. Wettergott mit Wohnsitz auf Berg Sapan (> Ba´al-Sapon)

oder auch beim sumerischen du6-kù, dem "heiligen Hügel"

Genau wie für Phönizier und Kanaanitäer ist auch für Israel die einfachste Art des Altars der herbeigerollte, bzw. aufgerichtete Stein (vgl. 1.Sam.14,33), auch hier hat man den heiligen Baum durch eine Holzsäule - Aschera genannt (?) - ersetzt. Wie bei den Mohabitern hat man transportable Feuerherde Gottes, Ariel genannt, gefertigt. Versinnbildlichte man Jahwe im Bilde, so wählte man das im Alten Orient weit verbreitete Motiv des Stieres. (E.S.)

Die Bundeslade lässt sich vergleichen, mit…

LUCA (last universal common ancestor)

LUCA stellt das Bindeglied zwischen dem chemischen Ursprung des Lebens und den ersten freilebenden Zellen dar.
Das Leben begann in einer eisenreichen heißen Tiefseequelle. Dies ist das Ergebnis von Biologen um Prof. Dr. William Martin vom Institut für Molekulare Evolution der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Durch genetische Vergleiche heute lebender Zellen fanden sie die Eigenschaften von „LUCA“, dem gemeinsamen Vorfahren alles Lebens.
Nach einer neuen Düsseldorfer Studie lebte der gemeinsame Vorfahr allen Lebens (engl. last universal common ancestor, kurz LUCA) vor ca. 3,8 Milliarden Jahren an einer heißen Tiefseehydrothermalquelle.
https://www.laborpraxis.vogel.de/wie-und-wo-lebte-der-gemeinsame-vorfahr-allen-lebens-a-544842/


Bildquelle

Aus Luca entwickelten sich laut der Theorie alle heute existierenden Bakterien, Pilze, Pflanzen, Tiere und auch der Mensch. Seinen Energiebedarf deckte Luca aus einfachen chemischen Reaktionen und ohne Hilfe von Sonnenlicht.
http://www.zeit…

Prozesse der Wahrnehmung und des Denkens

Was ist "denken"? ...

Hallpike im Bezug auf Piaget:
"Denken ist ein sich selbst regulierendes System, dass danach strebt, in ein Gleichgewicht mit seiner Umgebung zu kommen, indem es stabile Vorstellungen konstruiert, die die Veränderlichkeit und Schwankungen eben dieser Umwelt überwindet."

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Die kognitive Entwicklung des Menschens führt zu neuen Erkenntnisfähigkeiten und Erkenntnisinhalten. Die kognitiven Strukturen sind dabei Träger und Motor der kognitiven Evolution, wodurch diese auch als "Strukturgenese" bezeichnet werden kann. Es beschreibt den Vorgang, bei dem kognitive Strukturen neue kognitive Strukturen bilden.
Nach Theorie der Strukturgenese impliziert der Erkenntnisvorgang auch (gesellschaftliche) Interaktion.


Die kognitive Ontogenese besteht vorwiegend in der schrittweisen Transformation der Strukturformate, d.h.: der Veränderung der konstituierenden Eigenschaften der kognitiven Strukturen. Dadurch ist es möglich, ein und den …